Der Espresso ist fertig
Michaela von den Kaffeejunkies fragt in Ihrer Blogparade “Coffee-To-Go” nach den Kaffeegewohnheiten der geneigten Leserschaft. Gelesen hab ich davon bei Thomas in der Blogger World.
Bei mir gibt es jeden Morgen einen Becher Espresso mit aufgeschäumter Milch.
Dazu wird im Wasserkocher das Wasser erhitzt, 2 Messbecher langzeitgeröstete Bio Espressobohnen aus dem Hause Gepa frisch gemahlen, das Pulver in einen Kaffeefilter (Melitta Porzellan) gefüllt, dieser auf einen mit heissem Wasser vorgewärmten Bodum Corona Becher aus Porzellan (Design: Carsten Jørgensen) gestellt und das Ganze mit dem jetzt etwas abgekühlten Wasser in 2 Portionen (Schwallmethode) aufgegossen bis der Becher etwas 2/3 voll ist. Dann noch kurz ein wenig frische Demeter Milch aufgeschäumt und der Tag kann beginnen.
Davor gab es einen langen steinigen Weg, der mit zig Litern in Kaffeemaschinen als Vorratsbrühung aus Nicaragua-Dröhnung zubereiteten und bis zum Gallegeschmack eingedampften Flüssigkeiten gepflastert war, die noch bis spät in die Nacht (wieso man im Dunkeln besser programmieren kann, ist mir bis heute nicht klar) in großen Mengen unter Behilfe von Dosensahne “genossen” wurden. Begleitet von selbstgedrehten Rauchschwaden der Marke Drum war das der Inbegriff des Wortes “Entspannung”.
Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Ältere Männer müssen etwas besser auf ihre Gesundheit achten. Espresso gibt es morgens einen zum Frühstück und allenfalls noch einen Latte Macchiato (schwarz macht zwar schöner- behauptet Mark – ich bin aber nicht eitel) unterwegs beim CoffeeShop meines Vertrauens (Es ist immer wieder spannend zu sehen, was man in sogenannten Cafes alles aus Espressobohnen machen kann – das geht bis zu Flüssigkeiten die nach Nudelwasser schmecken). Die Freude an einem “Coffee-To-Go” in einem Pappbecher verschliesst sich mir ganz. Soviel Zeit muß auch unterwegs sein, daß man den Kaffee (in welcher Form auch immer) in Ruhe in einer Tasse geniessen kann.
Der Café Expresso ist für mich mittlerweile der Inbegriff von Luxus, da darf es dann auch ein fairgehandelter aus dem Weltladen sein.
Donnerstag, 19. November 2009 18:44
Das ist toll! Vielen Dank für das Dabeisein und Mitmachen! Espresso selber schön stark ist bei mir der Bringer nach 24 Std. Diensten oder so. Dann fühle ich mich wieder “menschlich”
Zum Coffee To Go selber..zwischendurch ok aber wirklich nur zwischendurch zwischen zwei Terminen, Job und co. Sonst bin ich eher der Geniesser…
Dankeschön für diesen abloslut tollen Beitrag!
Lieben Gruss Michaela
Freitag, 20. November 2009 12:21
Hallo Walter,
vielen Dank für die Teilnahme und den Trackback. In deiner einzigartigen Art wieder ein Augenschmaus zu lesen.
Viele Grüße
Thomas
Freitag, 20. November 2009 21:30
RESPEKT!
Wer sich so viel Mühe macht um am Morgen einen ordentlichen Kaffee zu genießen, der hat ihn auch wahrlich verdient.
Freitag, 20. November 2009 23:07
Danke euch für die Blumen.
Mir fiel gerade noch ein, dass ich während meiner Zivildienstzeit (1975) für einen Automaten zuständig war, in dem der “Kaffee” als flüssiges Konzentrat vorrrätig nur noch mit heißem Wasser verdünnt wurde.
Einen ähnlich grässlichen Geschmack erlebte ich das letzte Mal an einem Automaten bei einer Veranstaltung in der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Jahr 2007.
Was die Menschen sich alles so unter dem Namen Kaffee an Grausamkeiten zufügen spottet jeder Beschreibung.
Hab es gut