Die Internationalen Hofer Filmtage bleiben hoffähig
„Ich bleibe noch.“, mit dieser Bemerkung amüsierte und beruhigte der Festivalleiter der Internationalen Hofer Filmtage Heinz Badewitz, der als Seele des Festivals seit dessen Anfängen für konstant exzellente Fim-Qualität sorgt, sein Publikum. Dem gebürtigen Hofer hat seine Heimatstadt sein Kultur-Engagement mittlerweile mit der Ehrenbürgerwürde gedankt. Der Impresario und Spezialist für German Cinema Badewitz bewies auch bei der 43. Hofer Ausgabe , dass Kino lebt. Heinz Badewitz war es wieder einmal gelungen, zahlreiche brillante Dokumentar- und Spielfilme junger deutscher Regisseure in Hof zu präsentieren. Die Cinema begeisterten Zuschauer dankten es ihm mit vollbesetzten Kinosälen und im Anschluss an die Film-Vorführungen mit lebhaften Diskussionen mit den Regisseur/Inn/en.
Gleich mit dem Eröffnungsfilm „Parkour“ von Marc Rensing“ stellte Badewitz erfolgreich sein gutes Händchen für den deutschen Film unter Beweis. Rensing, Absolvent der Ludwigsburger Film-Akademie Baden-Württemberg, lässt seinen Protagonisten mit dem Trendsport Parkour gegen Schuldgefühle und Liebesleid durch den Großstadtdschungel springen und klettern. Vom Hofer Publikum wurde der Tempo reiche und schnell geschnittene Film mit viel Applaus quittiert, was gewiss als ein generell gutes Omen für „Parkour“ gelten mag. Auch der Film „13 Semester“, eine Komödie aus dem Studentenmilieu, das Regie-Debüt von Frieder Wittich, wird in der Cineasten-Welt der Festivals hoch gehandelt. Authentisch und unkonventionell wird der zeitlose Esprit von Männerfreundschaften, Wohngemeinschafts- und Liebesleben inszeniert. Noch mehr Männerbündelei erlebt man in der ARTE/ZDF-Koproduktion „66 / 67 – Fairplay war gestern“, die schon am 19.11.2009 im Kino startet. Die zweite Produktion der Filmemacher Carsten Ludwig und Jan-Christoph Glaser schildert die bedrückende Freundschafts- und Gewaltgeschichte von Hooligans der Eintracht Braunschweig.
Wie natürlich, um nicht zu sagen, allzu menschlich es bei den Hofer Filmtagen zugeht, bewies Lou Castel, dem die diesjährige Retrospektive gewidmet war. Der Darsteller und Regisseur Castel bat um Nachsicht, wenn er bei seiner Rede eventuell nur schwer zu verstehen wäre, da er leider seine Dritten Zähne soeben beim Pariser Festival vergessen hatte.
