Nokan – Die Kunst des Ausklangs
Der Tod und die darauf folgende Verabschiedung ist ein religiöser Akt, der oftmals straffen Regeln und Vorschriften unterliegt. Aber selbst in Japan scheinen diese traditionsverwurzelten Institutionen zu bröckeln, weshalb sich nur noch wenige Unternehmen mit dem konventionellen Einbalsamieren auseinandersetzen und diese japanische Tradition praktizieren.
Eben dies ist aber das Berufsfeld von Sasaki, der von Tsutomu Yamazaki gespielt wird. Der Film beschreibt dessen Treffen mit Daigo (Masahiro Motoki), wder bei Sasaki eine Lehre beginnt und eigentlich Musiker ist. Da sich jedoch das Orchester, in dem Daigo ehemals gespielt hat, auflöste, suchte er nach einer Alternative und landete schließlich bei diesem Bestattungsunternehmen. Der Name des Films ist dabei “Nokan – Die Kunst des Ausklangs” und er konnte sich bei der Oscar Verleihung in der Kategorie bester fremdsprachiger Film unter anderem gegen die deutsche Produktion “Der Baader Meinhof Komplex” durchsetzen. Der gesamte Film ist unterm Strich sehr ruhig gehalten und wird nur gelegentlich durch Situationskomik aufgelockert.
Er beschreibt dabei den Selbstfindungsprozess von Daigo, der sich nun täglich mit dem Tod konfrontiert sieht und eine andere Sicht auf das Leben bekommt. Leider driftet der Film dabei in allzu kitschige Klischees, die kaum Spannung aufkommen lassen und wirkliche Konfliktpotentiale von vornherein vermeiden. Ersichtlich wird dies am besten an der Ehefrau Daigos, die zunächst kein Verständnis für dessen neuen Beruf aufbringt und ihn daraufhin verlässt. Ohne sich dieser Thematik handlungstechnisch weiterhin zu widmen taucht die Frau später ohne Erklärung wieder auf mit der Einsicht, dass dies der richtige Beruf für ihn sei und dass sie bei ihm bleiben will. Nichtsdestotrotz hat der Film auch seine Stärken, welche sich vor allem in der Symbolik widerspiegeln, die teils schon allein durch die Bildhaftigkeit mancher Szenen erreicht wird. Wir alle beschreiten den selben Weg und lernen erst das schätzen, was wir plötzlich missen im Angesicht des Todes.
