Die Anwälte – Eine Deutsche Geschichte
Birgit Schulz zeichnet in ihrem Werk das Leben dreier deutscher Persönlichkeiten nach, behandelt werden die Lebenswege von Hans-Christian Ströbele, Horst Mahler und Otto Schily.
Unterschiedlicher könnten die drei Charaktere nicht sein, Anti-Terrorgesetze, grüne Instanz und Holocaustleugner könnten passende Umschreibungen sein. Die Positionen unterscheiden sich in einem starken Maße, dennoch ist eine Verbindung durch die Vergangenheit gegeben. Die drei Anwälte kämpften vor Gericht für RAF-Mitglieder, Veränderungen und für sich selbst. Wie die einstigen Weggefährten sich so stark entfernen konnten, ist für viele Personen nicht nachvollziehbar. Birgit Schulz versucht diesen Scheideweg einzufangen.
Horst Mahler sagte einst man solle auf Richter scheißen und nicht mit diesen sprechen. Sein Anwalt Otto Schily konnte die Worte seines Mandanten nicht fassen, später bezeichnet er ihn als eine Tragödie, da dieser sich zur rechten Szene bewegte. Hans-Christian Ströbele verweigerte Birgit Schulz jedoch jegliche Aussagen hinsichtlich seiner Gefühle für den ehemaligen Kanzleipartner und Mentor.
Im Jahr 1967 trat Ströbele in der Kanzlei Mahlers sein Referendariat an. Der Jurist, welcher sich für die Außerparlamentarische Opposition einsetze hinterließ bei dem jungen Studenten einen bleibenden Eindruck. Fünf Jahre später landete Mahler als Mitbegründer der RAF auf der Anklagebank, seine beiden Weggefährten konnte an der Verurteilung zu 14 Jahren haft nichts ändern. Mahler erklärte, dass die Haftstrafe zu einem Sinneswandel geführt hätte, mittlerweile kann er sich allerdings nicht mehr Anwalt nennen. Nachdem er den Holocaust mehrere Male leugnete, wurde das NPD-Mitglied zu sechs Jahren Gefängnis und einem Leben ohne Lizenz verurteilt.
Die drei Prominenten werden im Film mit Archivbildern und Interviews genau beleuchtet, persönliche Aussagen sollen deren Wirkungen nicht mindern. Besonders interessant erscheinen die vielen emotionalen Begegnungen mit den Protagonisten. So kann Ströbele nur zum Kriegsgegner geworden sein, weil er in seiner Kindheit seinen Freund sterben sah.
Interessant erscheint Schily, welcher als Innenminister eine Sympathie nach der anderen verlor, im Film aber durch Menschlichkeit und Emotionalität überzeugt. Er spricht immer wieder von Selbstmorden der RAF-Mitglieder sowie von prügelnden Polizisten. Schilys Aussage: “Nur Idioten ändern sich nicht”!
