Almut Getto zeigt: Ganz nah bei dir

Katharina Schüttler als blinde Cellistin Lina

Katharina Schüttler als blinde Cellistin Lina

Ein neuer deutscher Film, der einfach Spaß macht! Inszeniert hat ihn die Regisseurin Almut Getto, die bekannt ist für spannende und emotionale Stories. So eine Geschichte war auch ihr Regiedebüt “Fickende Fische”, ein Coming-of-Age Drama, welches unter anderem den Deutschen Filmpreis für das beste Drehbuch erhielt. Seitdem hat man die Dame allerdings nicht mehr als Filmregisseurin gesehen – “Ganz nah bei dir” ist ihr zweiter Film.

“Der Ärger beginnt doch immer erst dann, wenn man den Kopf rausstreckt”, das ist eine der Weisheiten des Falschgeldexperten Phillip alias Bastian Trost. Er lebt jahrelang ein extrem einsames und aufgeräumtes Leben – zusammen mit seiner Schildkröte Paul. Menschenfeindlich geht er durchs Leben, die ganze Welt soll ihm am liebsten vom Halse bleiben. Bis er dann eines Tages Lina trifft, die von Katharina Schüttler gespielt wird. Eine blinde Cellistin, die ebenso wie Phillip ihren Platz in der Welt sucht.

Beide sind Sonderlinge, die sich der Welt abgewandt haben. Beide misstrauen ihrem Umfeld. Und doch beginnen sie sich zu umkreisen, sich kennen zu lernen – und doch bleibt es immer eine Liebe, die sich nicht traut. Sie können sich nicht wirklich finden in der Welt, die Regisseurin Almut Getto ihnen liefert. Eine Welt, die sehr künstlich wirkt, was aber großartig ihre Isolation von der eigentlichen Realität zeigt.

Phillip träumt davon, wie Buster Keaton, ein großer Pantomime zu sein. Doch auf die Bühne – nein, das traut er sich nicht. Ebenso wenig, wie sich zu verlieben und Liebe zuzulassen. Lina muss ihm diese Fähigkeit zu lieben erst noch beibringen…
Katharina Schüttler ist die Wilde in diesem Film, Trost ihr Gegenpart. Dies wirkt manchmal allzu schematisch, da Almut Getto ihnen wenig Freiheit lässt und ein allzu schematisches Konzept in ihrem Kopf hat. Dennoch ist “Ganz nah bei dir” eine Geschichte fürs Herz, die sehr schön anzuschauen ist, aus der man allerdings noch mehr hätte machen können.

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Autor: admin
Datum: Dienstag, 10. November 2009 10:04
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