Die Bucht

Ric OBarry

Ric O'Barry wird nicht müde, Delfinen zu helfen

Spätestens seit Michael Moores „Roger & Me“ sorgt die Frage nach der Manipulation von Inhalten in Film und Fernsehen für heiße Diskussionen. Damals ließ Moore bewusst Informationen unter den Tisch fallen, um seinen Thesen mehr Nachdruck zu verleihen. Alles im Sinne der Aufklärung, versteht sich. Mit Ric O´Barrys Film „Die Bucht“ dürfte der öffentliche Streit darüber erneut entfacht werden.

O´Barry war nie selbst vor der Kamera tätig, doch seine Arbeit als Tiertrainer für Serien und Filme wie Flipper und Co zeigte ihm, nach welchen Regeln ein guter Film funktioniert. Damals freilich noch begeistert von dem Ruhm, den er mit seiner Arbeit erntete, merkte O`Barry schnell, dass sein Training nichts anderes als Tierquälerei war. Heute ist es dem ambitionierten Tierschützer ein besonderes Anliegen, auf das grausamen Schicksal seiner einstigen Schützlinge aufmerksam zu machen.

Zusammen mit dem Regisseur und Fotographen Louie Psihoyos widmet sich O`Barry ganz der Aufdeckung furchtbarer Verstöße gegen den Tierschutz: spannend inszeniert wie ein guter Krimi zeigt „Die Bucht“ unter anderem die grausamen Fakten des jährlichen Abschlachtens von Delphinen im japanischen Küstenort Taji. Das kommerzielle Massenschlachten ist Tierschützern seit langem bekannt, doch weder Greenpeace noch irgendeine andere Organisation konnten bislang Beweise dafür sammeln. Die Japaner hüten ihr grausiges Geheimnis wie einen Schatz

Schon die ersten Minuten des Films machen deutlich, welches Anliegen verfolgt wird. Die Musik, thrillerartige Filmsequenzen und hollywoodreife Inszenierungen – all das lässt keinen Spielraum zur Interpretation. Mit dieser Form von Populismus für die gute Sache transportiert der Regisseur eindringlich seine Botschaft, doch macht er sich dadurch auch angreifbar, und manch einer konstatiert gar die Unglaubwürdigkeit des Gezeigten.

Natürlich grenzt die Berichterstattung gefährlich an das Vorgehen mit einem Vorschlaghammer. Doch angesichts der grausamen Fakten kann nicht genug getan werden, um die Öffentlichkeit wachzurütteln.

Das Interview vom BBC mit Ric O’Barry (via OceanCare Blog)

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Autor: admin
Datum: Donnerstag, 29. Oktober 2009 13:50
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